Manana (Leila Abashidze) wartet beim Schuhmacher, der den Absatz ihrer billigen Schuhe repariert, sie blickt auf und erkennt an der Wand eine Fotografie von sich aus der Zeit, als sie eine berühmte Schauspielerin war. Dieser Moment ist einer der Tiefpunkte in ihrem verzweifelten Kampf gegen das Vergessenwerden im weiteren Verlauf des Films. Sie wandelt wie das Klischee einer alternden Diva mit zu starkem Make-up, auffälligem, Pelzstola und Leopardenmuster durch den Film. Die Einladung zu einem Abendessen mit Freunden durch Andro (Guram Pirtskhalava) und seine Frau, die sie auf der Straße erkennt, entfacht Funken von Hoffnung in ihr, sie sonnt sich in der Bewunderung vor allem der Männer, die Darbietungen alter Rollen von ihr wünschen. Diese Hoffnungsschimmer werden allerdings durch erfolglose Castings wieder erstickt. Als eine Frau sie um Tipps für ihre die Schauspielerei anstrebende Enkelin bittet, behauptet Manana, dass die große Schauspielerin verstorben sei.
Auch wenn der Film nicht nur der Geschichte einer Figur folgt, sondern vielmehr mehrere Schicksale miteinander verspinnt, ist die Geschichte von Manana die tonangebende. In ihrem Leben dreht sich alles um sie und auch die anderen Figuren sind direkt oder indirekt mit ihr verbunden. So trifft sie ihre Freundin aus vergangenen Zeiten, Rusudan (Lia Eliava) wieder, die nach einem Unfall wiederum im Krankenhaus Andro kennenlernt, wo seine Geliebte mit der unehelichen Tochter behandelt wird. Mananas Tochter, Samlome (Solome Aleksi-Meskhishvili) versucht, ihre Mutter in die Realität zurückzuholen.
Gerahmt wird die Handlung durch Bilder einer sprechenden Frau, die immer wieder eingeblendet werden. Statt der Frau hört man aber offensichtlich eine Wissenschaftlerin die Bilder meistens aus dem Off kommentieren, die versucht, herauszufinden, ob sich Liebe und Hass als Gesichtsausdruck unterscheiden lassen. Stimmen, deren dazugehörigen Personen sich nicht sofort im Bild lokalisieren lassen oder gar nicht gezeigt werden, ziehen sich durch den Film. Das macht es oft schwer das Gesagte zuzuordnen. Formal erinnert das an die Filme der tschechischen Neuen Welle, auch wie einige Figuren zueinander hin und wieder voneinander weggetrieben werden. Doch in OROMTRIALI wirkt es sehr unbeholfen. Dafür scheinen zu viele Figuren einfach nur aufzutauchen, um noch eine Problemsituation aufmachen zu können. Salomes Freund Badri (Levan Abashidze), dem alles egal ist, seine Tante Nino (Darejan Kharshiladze), die allein für die den Film begleitende Cellomusik und einen Streit mit Badri da zu sein scheint, und einige andere stopfen den Film unnötig mit Personal und Themen voll: die mit dem Kind sitzengelassene Schauspielerin, die keine Rollen mehr abbekommt, die betrogene Ehefrau, die die uneheliche Tochter verdrängt, die einsame und spröde Wissenschaftlerin, die, um sich auch endlich um jemanden kümmern zu können, das uneheliche Kind aufnehmen will, die jetzt erwachsene Tochter, die ihr eigenes Leben lebt und erkennt, dass sie sich in den falschen ihrer beiden Freunde verliebt hat.
Es hätte dem Film gutgetan, das Personal und die Themen zu reduzieren, um die formalen Experimente besser wirken zu lassen. So war es ein Aufgebot melancholisch dreinschauender Menschen mittleren Alters, unter die ein paar unbekümmerte, junge Erwachsene untergemischt wurden.